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Gastwirtschaft

SalzburgBilder

Die Auseinandersetzung mit dem fotografischen Archiv des Freilichtmuseums, insbesondere mit den Arbeiten von Bruno Kerschner und Kurt Conrad eröffnetet die Thematik der Ortsentwicklung, die einen direkten Konnex zu gesellschaftlichen Strukturen innehat. Ausgehend von Ihrem fotografischen Werk, stellt meine Arbeit eine Art Fortsetzung der fotografischen Fixierung der derzeitigen Situation in den dem Freilichtmuseum umliegenden Gemeinden dar. Mein Werk setzt als Ausgangspunkt meines Durchstreifens der Orte das Gasthaus in den Mittelpunkt - eine Institution, die deutlich über das Vorhalten von Speis und Trank hinausgeht. In weiteren Kreisen durchkreuze ich daraufhin das Ortsbild, einem Touristen nicht unähnlich, und halte in eigenpersönlicher Manier Eindrücke fest, die auf dem ersten Bild alltäglich und ersetzbar wirken - nicht „Wert“ in den Kanon der fotografischen Unsterblichkeit einzugehen. Doch sind es doch genau jene Momente und Situationen, die uns etwa in 50 Jahren genau ebendieses damalige alltägliche Leben und die damaligen Strukturen überliefern können.

Gasthäuser als Orte des Miteinander und der Zusammenkunft, werden Mahnmale einer prepandemischen Zeit, die sich hoffentlich im Laufe 2021 doch noch zur einer postpandemischen Zeit transformieren vermag. Gleichwohl schreitet außerhalb der sich im Dornröschenschlaf befindenden Schänken die Zeit und das Leben fort. Vermag der außenstehende Betrachter das Virus in den Fotografien zu vernehmen? Wahrscheinlich nicht - erkennbar ist eine verstärkte Ruhe, die sich als Schleier über die Ortschaften legte, und das rege Treiben etwas zurückdrängt, sodass die Strukturen vielleicht deutlicher in Erscheinung treten.